VinziRast-mittendrin WG-Porträt
© Aleksandra Pawloff

Der Sprung ins kalte Wasser

Ich bin 22 Jahre alt, Student, und lebe seit dem 29. April 2013 im VinziRast-mittendrin. Davor wohnte ich bei meinen Eltern, also war das meine erste WG-Erfahrung, noch dazu mit wildfremden Menschen. Das war schon ein Sprung ins kalte Wasser. Zu Beginn traute ich mich noch selten aus dem Zimmer, aber mittlerweile fühle ich mich hier sehr wohl. Schnell lernte ich die anderen Hausbewohner und -bewohnerinnen kennen und man begegnet sich regelmäßig im Haus. Hin und wieder kommt es zu netten Zusammenkünften in den WGs oder den Gemeinschaftsräumen. Schwierigkeiten hatte ich zum Beispiel beim Putzen. Da das meine erste Wohngemeinschaft ist, mussten mir meine Mitbewohner noch einiges bezüglich Sauberkeit beibringen. So lernt man auch voneinander. Ich wohne gemeinsam mit Simon (43), ehemals obdachlos, gebürtiger Kameruner aus der Schweiz und Mohammed (20) aus Afghanistan. Mit Simon bin ich schon von Anfang an in der WG und er hat schon viel seiner Lebenserfahrung mit mir geteilt. Ich helfe ihm, wenn er Computerprobleme hat. Er ist ein geselliger Mensch und hat auch öfter Besuch, aber wir achten darauf, dass wir uns abends nicht stören. Mohammed geht in die Berufschule, macht eine Lehre als Koch. Er ist sehr fleißig und will sein Deutsch verbessern. Er kocht gerne und macht extra große Portionen um mit allen zu teilen. Ich versuche ihm mit seinen behördlichen Dokumenten und Briefen zu helfen und übersetze sie. Wir sind drei Menschen mit einem sehr unterschiedlichen Lebensrhythmus und es gibt für mich immer noch einiges zu lernen. Immer wieder erleben wir neue Situationen, Hürden und Schwierigkeiten und auch schöne Momente.

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