© Aleksandra Pawloff

Beim Deutschreden kommen die Leut’ z’samm

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Arabel K.: 
"Ein Afghane, der in seiner eigenen Sprache Analphabet ist, fordert mich heraus. Was ist ein Buchstabe? Was ist ein Wort? Wie bringe ich es ihm bei? Der arme Mann wurde statt in die Schule zu gehen von den Taliban als Kindersoldat ausgebeutet. Für mich ist der Unterricht wie ein Spiegel, der mir vor die Nase gehalten wird. Ich sehe mich aus anderer Perspektive. Alles wird relativ.
Und dann: Wie gut geht es den Schülern hier im Studierzimmer im Vergleich zu den Flüchtlingen auf der Straße?"

Kuno S.: 
"Ich war Lehrer, aber hier ist alles anders, weil viele gar keine Basics haben. Ich unterrichte mit Händen und Füßen, ich springe, ich hüpfe. Die Arbeit hier verändert mich. Ich bin heute Fremden gegenüber anders: offener, neugieriger, sicherer, nicht mehr so krampfig. Mir ist erstmals zu Bewusstsein gekommen, dass das große Ganze – zum Beispiel die USA im Golfkrieg – mit mir zu tun hat. Diese Menschen sind bei uns, weil in der Welt schlimme Dinge passieren."

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