© Homolka

Gast im Porträt: Ismail

Syrer gräbt in Österreich

Wer hätte das gedacht? Ismail Alhoseen, 33-jähriger Flüchtling aus Syrien, hat Archäologie in Aleppo studiert. Beim Arbeitsamt gilt man mit dieser Ausbildung als schwer bzw. nicht vermittelbar, selbst Österreicher finden mit diesem Studium nur schwer eine Anstellung. „Nie im Leben hätte ich mir gedacht, dass ich in meinem Beruf eine Arbeit in Österreich finde.“

Ismail ist seit zwei Jahren Gast im VinziRast-HOME und hatte das Glück sich für Ausgrabungen bei ASINOE Archäologisch-Soziale Intiative Niederösterreich bewerben zu können. Im März wurde er auch prompt eingestellt. Wermutstropfen: vorerst nur für sechs Monate, weil die Geldmittel für das Projekt nach 27 Jahren eingestellt werden.

Ismail ist eifrig bei der Sache. Er hat mittlerweile an der Wollzeile beim Stephansdom nach mittelalterlichen Spuren gesucht, fein säuberlich mit dem Pinsel. Etwa 500 Jahre alte Münzen kamen dabei zum Vorschein. Nun gräbt er mit einem Team von zehn Archäologen in der Nähe von St. Pölten. Dort sucht man nach Scherben mittelalterlicher Keramik.

Die Arbeit bedeutet viel: „Es war vorher oft schwierig, denn ich hatte das Gefühl, dass mein Leben irgendwie gestoppt war. Ohne Arbeit konnte ich mir mein Leben nicht aufbauen.“  Nun geht sein Leben weiter: Im August zieht er in eine eigene, kleine Wohnung in Wien-Favoriten. 

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