Lokal mittendrin

Ein Mittagessen

Der erste winterliche Herbsttag 2013. Draußen flankerlt es, hinter mir sitzen zwei Studentinnen und gehen die Dialektik von Briespitzen und Butterchicken durch. Philosophinnen, mindestens. mittendrin, das Restaurant, hat sich etabliert. Schon um halbzwölf ist jeder zweite Tisch besetzt, in der Küche endfertigen drei Herren das Menü. Zwei Kellner verteilen das Essen. Am Ecktisch stadtauswärts sitzt ein grauhaariger Herr mit Brille, Typ Mathe-Dozent, erlegt ein Butterchicken und lehnt sich zurück. Draußen auf der Währinger Straße spielen ein 38er und ein 42er Fangerl. Und dann kommt‘s mir: hier herrscht (noch) keine Vorweihnachtsseligkeit. Herrlich! Kein Punsch, kein Wunsch, einfach sitzen und essen und reden. Das Essen ist 1A, der Kaffee zwar kein italienischer Stretto, aber mehr Charakter als die Wiener Regelbrühe. Das Konzept des Architekten Alexander Hagner (gaupenraub) ist voll aufgegangen; die große Theke als erster Ankerplatz für Gäste, die sich orientieren müssen. Oder wenn alle Tische voll sind. Die Tischanordnung vermeidet das Sitzen mit dem Rücken zur Straße. Durch die großen Scheiben hat das Lokal eine urniedere Schwelle nach draußen. Bungalowmäßig. Die zwei Philosophinnen sind still. Sie haben sich für die Briespitzen mit Preiselbeerschaum entschieden und sind mittendrin.

 

 

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