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Mittendrin

Aktuelles aus der VinziRast

Thema: Weitermachen

Was? Du machst wirklich Nachtdienst in Eurer Notschlafstelle?

Die Frage überrascht mich. Damit haben wir doch angefangen vor 10 Jahren und natürlich bin ich immer noch, meist zweimal die Woche da. Vielleicht ist es die Reduktion auf das Wesentliche, die Begegnung mit Menschen, die mir fremd sind, die meine Sprache nicht sprechen und ich die ihre nicht. Menschen, die in Not sind – einsam, orientierungslos, ohne Geld und ohne Arbeit, oft krank, ratlos. [...]


Aktuelle Ausgabe unserer Zeitung Mittendrin (Juli 2014) als PDF.

 

 

Ehemals Obdachlose & Studierende: Gemeinsam leben, arbeiten und lernen

VinziRast-mittendrin ist ein innovatives, weltweit einmaliges soziales Wohnprojekt. Wohnungslose und Studierende wohnen, arbeiten, und lernen gemeinsam unter einem Dach.

Das Konzept

Durch die wachsende wirtschaftliche Instabilität und die damit einhergehende Entwicklung zu Ausgrenzung und Intoleranz werden zunehmend sozial, wirtschaftlich und psychisch schwache Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt. VinziRast-mittendrin ist getragen von der Überzeugung, dass ein Leben in Gemeinschaft und Respekt Menschen aufrichten und psychische Verletzungen heilen kann. Die Qualität der Beziehung und das Zusammenspiel von Hirn und Herz sind die Basis für eine besondere Begegnungskultur: respektvoll und vorurteilsfrei aufeinander zugehen, gemeinsam Erfahrungen sammeln, miteinander Neues entwickeln

Entstehungsgeschichte

Während der Studentenproteste 2009 („Uni brennt“), wurde das Audimax der Uni Wien besetzt. Obdachlose Menschen kamen dazu, nächtigten dort und gestalteten die Besetzung aktiv mit. Nach Ende der Besetzung gab es seitens einiger Studierender den Wunsch, den Austausch und das Miteinander fortzusetzen.

Mit der Vinzenzgemeinschaft St. Stephan wurde die Idee weiterentwickelt. Dank der Hilfe der Haselsteiner Familienstiftung konnte das Haus in der Lackierergasse10/ Währingerstraße 19, 1090 Wien, erworben werden. Mit der Unterstützung vieler privater Spender und Spenderinnen, Firmen und unzähliger freiwilliger Helfer und Helferinnen, darunter auch viele Obdachlose und jetzige Bewohner und Bewohnerinnen, wurde das Haus generalsaniert. Der Aus- und Umbau wird mit einem Bankkredit und einem Wohnbaukredit der Stadt Wien finanziert und wird langfristig zurückgezahlt.       

Lebensraum

Das ehemalige Mietshaus wurde vom Architekturbüro gaupenraub +/- mit Architekt Alexander Hagner kongenial adaptiert. Vom Dach bis in den Keller entstand ein vierstöckiger funktionaler Lebensraum, der auch über offene, bewachsene Laubengänge begehbar ist. In jeder der zehn Wohneinheiten mit Kitchenette/Bad/WC leben ehemals Obdachlose und Studierende zusammen. Pro Stockwerk gibt es eine Gemeinschaftsküche und –wohnzimmer. Studierzimmer, Werkräume und Dachgarten ermöglichen vielfältige gemeinsame Aktivitäten. Das lichtdurchflutete Dachatelier mit Dachgarten und Gemüsebeet ist ein ganz außergewöhnlicher Ort. Hier finden externe und interne Veranstaltungen statt.

Das Lokal „mittendrin“ im Erdgeschoß – gleichzeitig Café, Bar und Restaurant – ist das Tor nach außen. Hier werden orientalisch-europäische Köstlichkeiten angeboten. Es wird von Bewohnern und Bewohnerinnen, ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen und angestellten Fachkräften unter der Leitung des erfahrenen Küchenchefs Shahab Jahanbekloo geführt und erfreut sich großen Zuspruchs.

 

            

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